Nach dem ersten Weltkrieg entschied Schweden, dass ein modernes Gewehr für die Armee beschafft werden muss – ein Selbstlader möge es sein.
Bis dato war der bekannte Repetierer „Schwedenmauser“ M/96 das Standardgewehr – und wurde wegen der Babykrankheiten auch weiterhin nach Einführung des Ljungman verwendet.
Jedenfalls war der AG-42 (Automatgevär m/42 – noch ohne „B“) der erste in „Massen“ gefertigte militärische Halbautomat mit direct gas impingement. Er wurde 1942 innerhalb eines Jahres von Erik Eklund entwickelt und ist ein Gasdrucklader mit Kippblockverschluss und eben „direct impingement“ in Reinform: es verzichtet auf einen Gaskolben und der am Lauf abgezapfte Gasdruck wirkt über ein Rohr direkt auf den Verschluss. Es dürfte einleuchten, dass dieses sehr einfache System (kein Gasdruckregler) eher feinfühlig auf die Munition reagiert.
Vorteil der wesentlich einfacheren Konstruktion ohne Gaskolben etc. sind weniger bewegte Massen und somit ruhigeren Schussverhalten bei höherer Präzision. Die hervorragenden ballistischen Eigenschaften des schwedischen 6.5×55 runden das Bild ab.
Es wird gemunkelt, dass Eugene Stoner den Ljungman ganz genau angeschaut hat als er seine AR-10 / AR-15 entwickelt hat. Stoner hat das selbstverständlich komplexer / gefinkelter umgesetzt als der durch seine Einfachheit bestechende Ljungman.
„Erfunden“ hat Eklund das Direct Gas Impingement übrigens nicht – da war ein K&K Entwickler namens Adolf Odkolek Von Augezd schneller – zumindest was das Patent angeht.
In Schweden wurden nur ca. 33.000 Stück gebaut – fast alle davon anschließend in den 60er Jahren auf die Version „B“ umgebaut. Parallel gibt es noch einen ägyptischen Lizenzbau von ca. 70.000 Stück als „Hakim 42/49“, 8000 Stück „Raschid“. Eine Lizenz in Dänemark wurde angeschafft aber die Waffe nicht eingeführt.
