Die Verwandschaft zum klassischen „Schwedenmauser“ macht die Identifikation der Markierungen relativ einfach! Da die Waffen zudem in einem recht engen Zeitfenster gebaut wurden (42-43) sind Plaketten und Stempel recht konsistent.
Schaftplakette
Analog zum m/38 und m/96 wird die bekannte 3-teilige Plakette mit zentraler Schlitzschraube verwendet. Im großen Bereich wird der Laufdurchmesser markiert – in meinem Fall genau 6.5mm. Ab einer gewissen „Ausweitung“ durch Abnutzung hätte man den Lauf ersetzt – aber zumindest beim Ljungman sollte das wenn überhaupt dann selten der Fall gewesen sein.
Der Laufzustand (Rost, Narben) selbst ist von 1-3 angegeben – wobei auch hier eher von einer tollen 1 ausgegangen werden kann mangels Kriegseinsatz.
Im dritten Teil befindet sich die Angabe zur Korrektur des Haltepunktes in Dezimetern auf 100m überm Ziel.
- „Torpedam“ bzw. „Torped“ steht für die Munition 139gr m/41 (Spitz und nicht Rundkopf!)
- Överslag bedeutet „überschiessen“
- Str steht für „Streck“ – es gibt 6300 Streck pro 360 Grad -> also 10cm auf 100m

Stempel
Wie beim Mauser sind alle wesentlichen Teile mit dem Kronenstempel versehen. Da die meisten Waffen 1943 direkt in der „Carl Gustafs Stads Gevärsfaktori“ hergestellt wurden, ist der Stempel mit dem Kreuz oben und unten gerader Linie zu sehen.

Auf obenstehenden Bild sieht man den beschriebenen Kronenstempel, Jahreszahl der Herstellung, Seriennummer sowie das „B“ als Hinweis auf die Aufrüstung auf AG-42B. Die „Handgravur“ auf dem Verschluss ist nicht irgendein Pfusch, sondern so gewollt: Manche Teile wollte man schlichtweg nicht mit einem Einschlag belasten, andere Teile wie ein massives Gussteil lassen sich nicht so einfach stempeln wie zB. ein gestanztes Blechteil.

Zwischen Abzug und Griff finden sich 2 weitere Kronenstempel – gerade Ausführung (sprich Fabrik Carl Gustafs Stads Gevärsfaktori). Es ist bei der Krone kein Buchstaben dabei – dh. 2 Inspektionen ohne Mangel.

Der Stempel „SS“ auf der anderen Seite des Verschlussträgers zeigt an, wer die Waffe abgenommen/inspiziert hat. In diesem Falle war das ein Herr Kapitän „Sten Waldemar Stenmo“ der diese Tätigkeit im Zeitraum 01.10.1942 – 31.3.1946 im Werk Husquarna durchgeführt hat. Es ist aber nicht auszuschließen, dass Herr Stenmo in dieser Zeit für beide Fabriken Abnahmen gemacht hat.

Bei meiner Waffe befinden sich überall sonst die Kronenstempel von der Carl Gustafs Stads Gevärsfaktori sowie ein „B“ für den Umbau. Ausnahme stellt nur der Sicherungsblock dar – hier befindet sich ein „H“ sowie der nach links geneigte Kronenstempel, der entweder ein ersetztes Teil bei einer Inspektion anzeigt oder ein Teil von einem Subunternehmer – in dem Fall im Werk Husquarna.
Mittlerweile konnte ich dies bei einer Vielzahl von Ljungmans erkennen – möglicherweise wurden die Sicherungsblöcke tatsächlich von extern geliefert und bei der Endabnahme im Husquarnawerk eingebaut was auch das „SS“ bei der Abnahme erklären würde.
Eine andere Quelle erklärt das „H“ als Kennzeichen für eine erfolgte Hitzebehandlung – was aber nicht die nach links geneigte Krone erklärt. Außerdem ist der Sicherungsblock nicht wirklich thermisch belastet. Das finden wir noch raus :-)
Später wurde der Ljungman jedenfalls auf Version B umgebaut – daher finden sich die „B“ Markierungen auf allen modifizierten Teilen.


Korn
Der Kornträger hat die Markierung „+0.5“, das Korn selbst „-1“. Während die seitliche Ausrichtung des Korns per Schraube verstellt werden kann, ist die Höhe nicht verstellbar. Die Vermutung liegt nahe, dass die eingeschlagenen Nummern mit der eingestellten Höhe zu tun haben. Laut Literatur gibt es Körner in den Größen -1, -0.5, 0, +0.5, +1, +1.5, +2. Die Änderung würde ca. 3inch auf 100yard betragen pro 0.5 -> dh. ca. 8 cm auf 100m.
„Ab Fabrik“ schießt der Ljungman 10cm über Fleck auf 100m.



